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Nachtzugreise über Polen und Weissrussland nach Moskau

Dezember 2013

 

TESTVERSION

 

 

<Planung und Vorbereitung>

<Reisetag 1: Hindernisse vor dem Beginn>

<Reisetag 2: Xaver holt auf, Verspätung ohne Ende>

<Reisetag 3: Moskau by Night>

<Reisetag 4: Moskau am Tag>

<Reisetag 5: 24 Stunden im Zug>

<Reisetag 6: Quer durch Süddeutschland>

<Zusammenfassung>

 

--------------- Xaver holt auf, Verspätung ohne Ende ---------------

 

Freitag, 6.Dezember 2013:

 

In Bitterfeld wache ich, mittlerweile im CNL 1259, wieder auf: Kein Sturm zu sehen. Wieder erscheint die  +  Schweizer Provodnika :-), räumt das Zimmer/Abteil auf und ist schon wieder weg :-(. Mist! Aber da-issie ((c) Yasmin) wieder: Sie bringt das Frühstück :-)

So langsam erreichen wir das Konglomerat Berlin, letzte Unterlagen werden gecheckt.

Doch der Wiesentäler vermisst seinen Reisepass inklusive Visa. Wird wohl irgendwo in seinen Jackentaschen sein, doch da isser nich‘… Das komplette Gepäck wird durchsucht, nix! 

DER BLUTDRUCK STEIGT! Ein weiteres Mal wird die  Schweizer Provodnika :-) geholt um das Bettfach wieder zu öffnen, und siehe da: Da ist der Reisepaß! War als Diebstahlschutz gedacht, mittlerweile aber für einen weiteren Herzinfarkt vom Wiesentäler verantwortlich…und auch für das nochmalige Erscheinen der  Schweizer Provodnika :-) (falls das noch nicht erwähnt wurde!), schön!

DER BLUTDRUCK fällt wieder :-), aber halt: eigentlich steigt der Blutdruck....  :-)

Wir halten kurz im Südkreuz,... hmm, das letzte Mal fuhr ich an dieser Stelle mit der Magnetbahn anno 1990 entlang, sonst immer über Staaken... und pünktlich erreichen wir um 7.30 Uhr Berlin Hbf (tief). Die  Provodnika fährt dahin :-( und der Kursbuchleser erwartet uns bereits am Bahnsteig. Es folgt eine kurze Besichtigungstour mit ihm durch den Bahnhof und der Erkenntnis, daß auch in Berlin die Bodenfliesen Quadrat für Quadrat geputzt werden (siehe auch Asterix und der Avernerschild). Der Kursbuchleser muß zur Arbeit und wir machen es uns erstmal auf dem Fernbahnsteig der Stadtbahn mit Sicht auf Fernsehturm und Reichstag bequem. Es ist jetzt 8.00 Uhr: Ich melde mich nun doch offiziell im Büro in Freiburg ab. 

Am oberen Bahnsteig können wir ein paar berlinspezifische Züge ablichten.

 

182 013 in Berlin Hbf  

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Ein ICE 2 aus Bremen fährt ein. An seiner Schnauze sieht man Reste von „Xaver“.

 

Tz 232 in Berlin Hbf BWE gen Warschau in Berlin Hbf

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Wir sind irritiert: Mal ist der Spargel da, mal nicht. Liegt es am Nebel oder doch am Schnee?

 

(c) Wiesentäler

 

Man finde die Fehler.....Richtig!..... Auf beiden Bildern fehlt ein Zug!

Nachdem wir auch den Tiefbahnhof erkundet haben und  ein- bzw. zwei Kaffee später steigen wir dann in den Berlin-Warschau-Express EC 43 ein. Der Wiesentäler nutzt die Aufenthaltszeit am Bahnsteig für ein Foto der Zuglok, während draußen langsam ein Schneefallgebiet sich über der Spree breit macht. Holt uns nun „Xaver“ doch noch ein?

 

2.Zug

 

Das Abteil in der "Pöpelklasse" ist voll ausgelastet, wir nähern uns aber immer weiter Moskau.... 

Die Kollegen in Freiburg fragen bereits nach dem Reiseverlauf. Durch die Vororte Berlins geht es gen Frankfurt/Oder. Von einem Sturmtief ist bis auf den leichten Schneefall nichts zu bemerken.

Der ICE 2, den wir noch in Berlin Hbf gesehen hatten, steht nun im ICE-Werk Rummelsburg abgestellt.

 

Tz 232 in Berlin-Rummelsburg

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In Erkner versucht der Wiesentäler einen abgestellten Güterwagen der Feldschlösschen Brauerei zu erspähe, leider ohne Erfolg. Schnell geht es  weiter gen Osten.

In Frankfurt/Oder steht eine ITL-186 an der Drehscheibe und vor der Brücke stehen einträchtig polnische und deutsche Loks.

 

   

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Pünktlich überqueren wir die Oderbrücke in Frankfurt/Oder... oder etwa nicht? Die Uhr zeigt: keine Verspätung.

 

Die Autobahnbrücke bei Frankfurt/Oder

 

Über Rzepin geht weiter Richtung Poznan, Konin und Warschau. Vor Poznan suchen wir den polnischen Speisewagen WARS auf: Pierogi und flüssige Gerste à la Zywiec, zusammen für umgerechnet 10€, das passt.

Ein Reisender vom Tisch gegenüber krämt sich derweilen wegen der nunmehr plötzlichen Verspätung. Wir bleiben noch optimistisch.

Der Wiesentäler hat derweilen Kontakt nach Basel und Berlin und erfährt die aktuellen Verspätungsminuten.... wird knapp, "reicht aber noch in Warschau".

 

Es wird nun winterlich, "Xaver" holt auf. Der Zug wird auch immer langsamer. Die Verspätungsminuten sammeln sich nun immens an. Nachfragen beim Schaffner ob der Moskauzug wartet bleiben wegen Sprachbarrieren etwas hängen, es kommt aber immerhin die Auskunft, daß "wir alles probieren"

Der Schnee kommt jetzt waagrecht von hinten und wir fahren auf das Gegengleis. Plötzlich laufen Warnwesten durch den Wagen, draußen stehen Polizei und ein Zug auf dem Hauptgleis. Wir bleiben auf gleicher Höhe stehen. Es wird doch nicht…?

 

Die Leute im Nebenzug steigen auf offene Strecke in unseren Zug ein. Rettungsaktion mit dem Zug, die Gänge werden voll und unser Zug bleibt erstmal längere Zeit stehen.

DER BLUTDRUCK STEIGT!

Nun gut, unser Zug von Warszawa nach Moskau steht bereits in Warszawa Centralna, wie wir von der Bahnagentur Schöneberg erfahren ;-), wir stehen aber noch 1,5 Stunden entfernt im Schnee.

Jetzt heißt es nach Alternativen Ausschau zu halten: Nachtzug nach Brest und Weiterfahrt am nächsten Morgen oder Hotel in Warszawa? Die Moskau-Reiseführer werden vorsorglich weggeräumt. Die Stimmung ist unten, da kommen auch noch zwei Amerikaner mit Döner ins Abteil... "Sorry guys!"

 

Als wir in Warszawa Zachodnia ankommen haben wir ca. +100, während am Nebengleis der Nachtzug nach Kiew noch bereitsteht! Der müßte aber auch schon längst weg sein!? Wartet unser Zug dann auch? Nachfragen beim Schaffner ergeben, daß er wartet! Wir glauben es nicht, sehen ihn aber doch in Warszawa Wschodnia! Jubel!

 

Durch den sich mittlerweile ausbreitenden Schnee stapfen wir auf dem Bahnsteig an das hintere Ende des Zuges D10 „Polonez“, wo uns der Provodnik schon empfängt. Nebenan steht noch der Kiew-Express, von dem aus die Aktion beobachtet und bereits fernmündlich an die Bahnagentur Schöneberg in Berlin und wieder per SMS nach Warschau in den Moskauzug übertragen wird.... Grüße nachträglich an Peter K. im Nachbarzug!

 

Wir haben es geschafft, trotz 1,5 Stunden Verspätung, unter Mithilfe von Martin Kop. in Berlin.

 

3.Zug

 

Ein, zwei Tassen Tee werden als erstes beim Provodnik bestellt.

 

 

Jetzt können wir uns auch endlich den Reiseführern widmen, die wir in Polen im Hinblick auf die andauernde Verspätung nicht mehr so recht lesen wollten. Nun aber können wir uns dem Ziel Moskau wieder widmen. Es folgt der gemütliche Teil: Tee, Teppich im Zimmer/Abteil, vor dem Fenster die verschneite Landschaft.

Nach fast 4 Stunden Fahrzeit erreichen wir dann die polnisch-weissrussische Grenze bei Terespol. Hier folgt die Zoll- und Passkontrolle gegen 20 Uhr polnischer Zeit = 22 Uhr weißrussischer Zeit. In Folge der Zollunion mit Russland erfolgt die Einreisekontrolle Russlands gleich mit der weißrussischen Kontrolle (oder wir haben die Zöllner in Smolensk verschlafen).

Auf dem Gegengleis steht der Gegenzug bereit, der ebenfalls gewissenhaft kontrolliert wird.

 

 

Hier muß der Migrationszettel ausgefüllt werden. Was nicht ganz einfach ist! Sollen doch die Angaben, die sonst auf A4-Blättern gemacht werden, nun auf zwei scheckkartengroßen Zetteln gemacht werden, deren Angaben nun für Weißrussland oder auch für Russland gelten sollen?

Zumindest die weißrussische Zöllnerin bekommen wir so zum Lachen :-)

Gleichzeitig werden nun die 2. und 3.Fahrkarte gültig.

 

 

 

Auch unsere beiden Visa werden ausgiebig kontrolliert und mit zustimmendem Nicken der Zöllnerin bedacht.

 

 

Es folgt die Umspurung auf Breitspur in Brest. Der Wagenzug wird dafür auseinander rangiert und Wagen für Wagen mit neuen Drehgestellen ausgestattet. Auf der Rückfahrt können wir diese Aktion dann bei Tageslicht verfolgen.

Da immer dieselben Züge die Grenze überfahren, werden auch jedes Mal dieselben Drehgestelle verwendet. So hat jeder Wagen zwei fest definierte Drehgestelle in Brest parat liegen

 

 

Nach dem Spurwechsel in Brest lege ich mich dann schlafen. Die Uhrzeit wird um 2 Stunden vorgestellt.

Die Fahrt verläuft diagonal durch Weissrußland, von Brest über Minsk nach Orscha bzw. Smolensk in Russland.

 

Fortsetzung:    <Reisetag 3: Moskau by Night>

 

letzte Änderung: 12.Dezember 2014        © Alexander Schatz

 

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